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Gute Prompts schreiben

Die Anatomie eines guten Prompts (Rolle·Kontext·Aufgabe·Format·Beispiele), Few-Shot, iteratives Verfeinern und die häufigsten Anti-Patterns.

beginner · 24 min

Warum Prompts den Unterschied machen

Dasselbe Modell liefert mit einem schlechten Prompt Mittelmaß und mit einem guten Prompt etwas, das du fast unverändert verwenden kannst. Prompten ist die eine Fähigkeit, die sich im Alltag am meisten auszahlt – und sie ist lernbar.

Die Anatomie eines guten Prompts

RolleDu bist eine erfahrene Support-Mitarbeiterin.
KontextEin Kunde fragt nach einer Rückerstattung, Bestellnr. 12345.
AufgabeSchreibe eine freundliche, lösungsorientierte Antwort.
FormatMaximal 5 Sätze, Du-Ansprache, mit Betreffzeile.
BeispieleSo klingt unser Ton: [2–3 Beispiel-Mails].

Nicht jeder Prompt braucht alle fünf Teile – aber je wichtiger das Ergebnis, desto mehr lohnt es sich, sie bewusst zu setzen.

Few-Shot: zeigen schlägt beschreiben

Zwei bis drei Beispiele bringen oft mehr als der längste Erklärungstext:

Klassifiziere die Stimmung (positiv / negativ / neutral).

Beispiele:
"Super Service, gerne wieder!"      → positiv
"Ware kam beschädigt an."           → negativ
"Lieferung war ok."                 → neutral

Jetzt: "Schnell geliefert, Verpackung mau." →

Das Modell erkennt das Muster und zieht es konsequent durch.

Iterativ verfeinern statt „abschicken und hoffen”

nein

ja

Prompt

Antwort

Passt?

Nachbessern: konkreter, Beispiel, Format

Fertig

Die erste Antwort ist ein Entwurf, kein Endprodukt. Zwei, drei gezielte Nachschärfungen sind normal – und schneller als alles selbst zu schreiben.

Häufige Anti-Patterns

  • Zu vage: „Mach das schön.” – Claude muss raten.
  • Kein Format vorgegeben: du bekommst Fließtext, wolltest aber eine Tabelle.
  • Alles in einen Riesen-Prompt: lieber in Schritte zerlegen.
  • Annahmen verschweigen: was selbstverständlich ist, weiß das Modell nicht.
  • Bei Fehlern neu anfangen statt im Gespräch nachzuschärfen.

Vorher → Nachher

Vorher:
"Schreib was zu unserem neuen Tarif."

Nachher:
"Du bist unsere Marketing-Redakteurin (Rolle).
Wir führen den Tarif 'Flex' ein: monatlich kündbar, 9,90 € (Kontext).
Schreibe einen LinkedIn-Post, der Neugier weckt (Aufgabe).
Maximal 4 Sätze, ein Emoji, ein klarer CTA (Format).
Ton wie in diesen zwei Beispielen: [...] (Beispiele)."

Kurz geprüft

Die Antwort ist fast gut, aber zu lang. Was ist der beste nächste Schritt?

Kernpunkte

  • Struktur schlägt Zufall: Rolle · Kontext · Aufgabe · Format · Beispiele.
  • Few-Shot: 2–3 Beispiele zeigen das Muster besser als jede Beschreibung.
  • Erste Antwort = Entwurf → iterativ nachschärfen.
  • Format immer vorgeben, wenn die Form zählt.
  • Weiter mit Teil 5 – Workflows & Projects.
Gute Prompts schreiben · © grigoriadis 2026