◇ Serie · Claude souverän nutzen · Teil 4 / 9
Gute Prompts schreiben
Die Anatomie eines guten Prompts (Rolle·Kontext·Aufgabe·Format·Beispiele), Few-Shot, iteratives Verfeinern und die häufigsten Anti-Patterns.
claude · prompting · workflows · schulung
Warum Prompts den Unterschied machen
Dasselbe Modell liefert mit einem schlechten Prompt Mittelmaß und mit einem guten Prompt etwas, das du fast unverändert verwenden kannst. Prompten ist die eine Fähigkeit, die sich im Alltag am meisten auszahlt – und sie ist lernbar.
Die Anatomie eines guten Prompts
Nicht jeder Prompt braucht alle fünf Teile – aber je wichtiger das Ergebnis, desto mehr lohnt es sich, sie bewusst zu setzen.
Few-Shot: zeigen schlägt beschreiben
Zwei bis drei Beispiele bringen oft mehr als der längste Erklärungstext:
Klassifiziere die Stimmung (positiv / negativ / neutral).
Beispiele:
"Super Service, gerne wieder!" → positiv
"Ware kam beschädigt an." → negativ
"Lieferung war ok." → neutral
Jetzt: "Schnell geliefert, Verpackung mau." →Das Modell erkennt das Muster und zieht es konsequent durch.
Iterativ verfeinern statt „abschicken und hoffen”
Die erste Antwort ist ein Entwurf, kein Endprodukt. Zwei, drei gezielte Nachschärfungen sind normal – und schneller als alles selbst zu schreiben.
Häufige Anti-Patterns
- Zu vage: „Mach das schön.” – Claude muss raten.
- Kein Format vorgegeben: du bekommst Fließtext, wolltest aber eine Tabelle.
- Alles in einen Riesen-Prompt: lieber in Schritte zerlegen.
- Annahmen verschweigen: was selbstverständlich ist, weiß das Modell nicht.
- Bei Fehlern neu anfangen statt im Gespräch nachzuschärfen.
Vorher → Nachher
Vorher:
"Schreib was zu unserem neuen Tarif."
Nachher:
"Du bist unsere Marketing-Redakteurin (Rolle).
Wir führen den Tarif 'Flex' ein: monatlich kündbar, 9,90 € (Kontext).
Schreibe einen LinkedIn-Post, der Neugier weckt (Aufgabe).
Maximal 4 Sätze, ein Emoji, ein klarer CTA (Format).
Ton wie in diesen zwei Beispielen: [...] (Beispiele)."Kurz geprüft
Die Antwort ist fast gut, aber zu lang. Was ist der beste nächste Schritt?
Kernpunkte
- Struktur schlägt Zufall: Rolle · Kontext · Aufgabe · Format · Beispiele.
- Few-Shot: 2–3 Beispiele zeigen das Muster besser als jede Beschreibung.
- Erste Antwort = Entwurf → iterativ nachschärfen.
- Format immer vorgeben, wenn die Form zählt.
- Weiter mit Teil 5 – Workflows & Projects.